Reisebericht Moldawien 2026 – Ein Besuch, der bewegt

Auch dieses Jahr haben wir wieder unseren Moldawienbesuch durchgeführt. Ende Mai bis Anfang Juni ist das Wetter angenehm mild, die Landschaft steht in sattem Grün und die Menschen haben nach dem langen Winter neue Hoffnung. Wir können diese Jahreszeit für einen Moldawienbesuch sehr empfehlen.

Wie immer gilt: Alle Reise- und Unterbringungskosten, der Mietwagen sowie sämtliche Lebensmittel und Bargeldhilfen werden vom Vorstand privat finanziert. Für diese Reise wurde kein einziger Spendenfranken verwendet. Jeder gespendete Betrag kommt zu 100% bei den Familien in Moldawien an.

Der Flug nach Chişinău verlief problemlos – die Übernahme des Mietwagens hingegen dauerte fast zwei Stunden. Danach machten wir uns auf den Weg in die Region Călărași, wo wir wie jedes Jahr herzlich von unserer Gastfamilie empfangen wurden.

Unsere Besuche – Begegnungen, die bleiben

Insgesamt besuchten wir sechs Familien. Wir brachten Lebensmittel, Kleidung und Spielsachen vorbei und unterstützten zusätzlich mit Bargeld für medizinische Notfälle. Jede Begegnung zeigte uns erneut, wie wichtig direkte, persönliche Hilfe ist.

Auf unserer Besuchsliste standen zudem:

  • Ein Kloster, das Kindern Berufslehren ermöglicht – ein Ort voller Hoffnung und Zukunftsperspektiven.
  • Ein Heim für behinderte Kinder, dem wir zwei dringend benötigte Klimaanlagen übergeben konnten. Die Installationskosten beglichen wir direkt vor Ort.
  • Das Titus-Jugendzentrum in Telenești, das Jugendlichen Halt, Bildung und Gemeinschaft bietet. Auch hier halfen wir mit Sachleistungen.
  • Ein weiteres Kloster, das dringend einen Backofen benötigt, um nach der Messe Brot an arme Menschen verteilen zu können.

Neue Erkenntnisse – Herausforderungen, die uns berühren

Dieses Jahr haben wir einige neue, eindrückliche Erfahrungen gemacht:

  • Zwei Familien kämpfen mit den Folgen von Alkoholabhängigkeit. Uns wurde erneut bewusst, wie zerstörerisch diese Sucht für die gesamte Familie ist und wie schwer der Weg zurück in ein normales Leben fällt. Unsere Bedingung bleibt klar: Hilfe gibt es nur, wenn die betroffene Person bereit ist, mit dem Trinken aufzuhören. Selbstverständlich finanzieren wir auch Entzugstherapien.
  • Die extreme Armut, bei der Menschen buchstäblich auf der Strasse leben müssen, scheint zurückzugehen. 
  • Gleichzeitig beobachten wir, dass viele Hilfsorganisationen ihre Aktivitäten in Moldawien zurückfahren. Das Interesse am Land nimmt ab – und auch wir verzeichnen einen deutlichen Rückgang an Spenden.

Besonders betroffen sind das Jugendzentrum und das Heim für behinderte Kinder. Beide Einrichtungen benötigen dringend eine Organisation, die ihre laufenden Betriebskosten übernimmt. Diese Summen übersteigen jedoch das Budget unseres kleinen Vereins.

Wie es weitergeht

In den kommenden Wochen werden wir über die Hilfsleistungen berichten, die wir direkt nach unserer Rückkehr aus Moldawien umgesetzt haben. Jede Spende – ob gross oder klein – macht einen Unterschied. Und jede Unterstützung hilft uns, Familien in Moldawien eine echte Perspektive zu geben.

Damit wir weiterhin genau dort helfen können, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird, sind wir auf eure Grosszügigkeit angewiesen. Jeder Beitrag – ob klein oder gross – verändert ein Leben.

Von Herzen danken wir allen, die uns auf diesem Weg begleiten und unsere Arbeit möglich machen.

Herzlich,  

Galina und Stephan